Freiberger Instrumente

Die Freiberger Instrumente sind ein Wunder der Musikgeschichte. 400 Jahre lang waren diese Instrumente in den Händen der Engel im Chor des Doms zu Freiberg, Sachsen unter einer Schicht Gips und Gold versteckt. Das besondere an diesen Instrumenten ist, dass sie zur Zeit ihrer Einschließung (1585-1594) größtenteils echte, spielbare Instrumente waren. Über 30 nie veränderte Instrumente verschiedener Gattung konnten so den Weg in die unsrige Zeit finden. In einem Projekt unter der Leitung des Institut für Musikinstrumentenforschung „Georg Kinsky“ e.V. aus Leipzig wurde im Jahre 2002 eine aufwendige Analyse dieser Instrumente durchgeführt und einige Nachbauten angefertigt. (ausführliche Informationen: hier) Auf vier der überlieferten Streichinstrumente (Kleindiskantgeige (3-saitig), Diskantgeige, Tenorgeige und kleine Bassgeige) durften wir Erfahrungen mit dem einmaligen, ganz besonderen Klang der Instrumente der sächsischen Rennaissance sammeln. In verschiedenen Meisterkursen (Susanne Scholz, Odile Edouard) konnten wir am Wissen dieser Spezialisten teilhaben und haben im Anschluss daran ein eigenes Programm erarbeitet. Wir danken an dieser Stelle ganz besonders dem Museum für Musikinstrumente Leipzig (Veit Heller) und Susanne Scholz, für die Möglichkeit diese Erfahrungen machen zu dürfen.

Neben 4-stimmiger instrumentaler Tanzmusik des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts haben wir uns zusammen mit Clarissa Thiem an die Erarbeitung 5-stimmiger Motteten dieser Zeit gemacht. Im gleichberechtigten Zusammenspiel mit Gesang bekommen die Freiberger Instrumente einen ganz besonderen Klang. Selbstverständlich haben wir uns bei der Auswahl unserer Musik auf Werke des sächsischen Raums dieser Zeit bezogen. Durch den großen Schatz an Überlieferungen von Kompositionen der Dresdner Hofkapelle und geistlicher Musik aus dem Freiberger Dom stehen uns vielfältigen Werke zur Verfügung, die original wahrscheinlich auch mit den Frieberger Instrumenten musiziert wurden. Die Komponisten sind u.a. Christoph Demantius, Johann Groh, Melchior Franck, Johann Hermann Schein.

Clarissa Thiem – Sopran
Anne Kaun – Kleindiskantgeige
Helga Schmidtmayer – Diskantgeige
David Budai – Tenorgeige
Felix Görg – kleine Bassgeige

Melchior Franck (ca. 1580-1639) Pavan Nr. 1 aus „Newe Pavanen Galliarden und Intraden“ (1603)
Melchior Franck (ca. 1580-1639): Galliarda XXXV (1614)
Michael Praetorius (1571-1621): La Bourree aus 34. Suite á 4
Johann Christoph Demantius (1567-1643): „Nr. 35 Duarum post tempus“ und „in unisono post duo tempora“ Nr. 33 aus „Isagoge Artis
Musicae“

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Diese Aufnahmen konnten durch die tonmeisterliche Unterstützung und Gestaltung von Falco Renner (Mail) realisiert werden. Danke!

Exposé

Zum Abschluss hier noch einige Impressionen unserer Proben und Aufnahmearbeit im Zimeliensaal des Grassi-Museums für Musikinstrumente.