Eröffnung am 5.2.: Ciaconna von Johann Christoph Pezel

Das Eröffnungswerk unseres Konzertabends am 5.2. ist die „Ciaconna“ aus der Sammlung „Opus musicum sonatarum praestantissimarum senis instrumentis instructum vt. 2. violinis, 3. violis & fagotto seu violono, adjuncto basso continuo“ des Bautzener „Musicae Instrumentalis Director“ Johannes Pezelius.

Für uns als Musiker einer Konzertreihe, die sich der Leipziger Musikgeschichte widmet, viel interessanter sind die 20 Jahre die Johann Christoph Pezel (1639 – 1694) in Leipzig als Musiker (Kunstgeiger und Turmbläser) arbeitete und unter anderem das collegium musicum leitete. Von ihm sind einige Suiten-Sammlungen (viel Bläsermusik) erhalten – unter anderem das oben genannte Werk. Der Titel ist insofern sehr aufschlussreich, da Pezel ausdrücklich in seinem Titel die „vorzüglichsten alten Instrumente“ erwähnt, für die er diese Werke geschrieben hat: „zum Beispiel 2. Violinen, 3 violen, Fagott oder Violone, zusammen mit dem basso continuo.“

Eine Ciaconna ist ein ausdrucksstarker und virtuoser spanischer Volkstanz des 16. Jahrhunderts. Vor allem im 17. Jahrhundert wurde das zugrunde liegende harmonisch-rhythmische Schema von vielen Komponisten verwendet, um einen furiosen Abschluss einer Sammlung von Stücken zu finden. So auch bei Johann Christoph Petzel: nach 24 Suiten (die übrigens alle nach Frauennamen einmal quer durch das Alphabet benannt sind) endet er mit einer Ciaconna.

Den virtuosen, furiosen Teil übernehmen in unserem Falle die 3 Violinen (Anne Kaun, Amber McPherson und Uwe Ulbrich), die von einer Begleitband unterstützt werden (2 Violen, Violone, Barockgitarre und Cembalo).
Dies bildet auch die Verbindung zu einem anderen Hauptwerk in unserem Programm: dem dritten Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach. Auch dort sind es konzertierende Gruppen, die von einer „Banda“ begleitet werden. Ganz anders als bei Pezel – aber mindestens genauso effektvoll!

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